Ein Pendel, dass nie stillsteht.
Selbstständig zu sein bedeutet für mich: Freiheit atmen – und Verantwortung tragen. Beides. Gleichzeitig. Beides unter einen Hut zu bekommen, erfordert manchmal etwas Geschick. An einem Tag versinke ich völlig im kreativen Flow, und dann gibt es Tage, an denen man von früh bis abends zwischen Fotoaufnahmen, Businessgesprächen und Büroarbeit hängt.
Mit meiner Kunst Geld zu verdienen, ist möglich – aber nie ganz berechenbar. Davon lassen sich keine Rechnungen bezahlen, das ist klar. Ich habe gelernt, dass Kreativität Raum braucht. Und dieser Raum entsteht nicht „irgendwann“, sondern dann, wenn ich ihn mir bewusst nehme, mich fallen lassen kann und einfach die Lust verspüre, fotografieren gehen zu wollen. Manchmal auch ganz ohne Ziel – aber mit offenem Blick. Oder mit etwas Planung ein Menschen vor meiner Kamera für eine freie Serie zu fotografieren.
Gleichzeitig muss auch das Finanzielle stimmen: Aufträge generieren, Preise klar kommunizieren, den Wert meiner Arbeit vertreten, Projekte planen und umsetzen, Gespräche führen – und die trockene Büroarbeit gehören genauso zu meinem Alltag wie das Spiel mit Licht und Schatten.
Es ist ein Pendel, dass nie stillsteht – zwischen Inspiration und Organisation. Zwischen Gefühl und Struktur. Ich lerne immer mehr, dass beides sein darf und seinen Platz braucht. Selbstständigkeit heißt für mich nicht „entweder – oder“, sondern „sowohl – als auch“: Kunst und Kalkulation. Freiheit und Verantwortung. Intuition und Struktur.
Und vor allem: immer wieder zurück zur Kamera – zu dem, was mich wirklich bewegt.